Für wen lohnt sich eine D&O Versicherung?

Die Managergehälter heutzutage lassen den „kleinen Bürger“ manchmal in Schockstarre verharren. Millionen Euro im Jahr, mindestens jedoch einige Zehn- bis Hunderttausende wandern jeden Monat auf das Konto manches Vorstandes, Aufsichtsrates oder Geschäftsführers. Bei schwindelerregenden Gehältern ist anzunehmen, dass die Entscheidungsbefugnisse und die zugehörige Verantwortung ebenfalls entsprechend hoch sind.

Märkte einschätzen, Materialien und Produkte auswählen, einer Marketingkampagne zustimmen, Preise kalkulieren, Termine überwachen und Fristen einhalten, zentrale Betriebsentscheidungen fällen – die Aufgaben der oberen Firmenetage können vielfältig sein, sind in der Regel aber mit viel Verantwortung verbunden. Gewiss ist der eine oder andere beträchtliche Gehaltscheck aus diesem Blickwinkel durchaus gerechtfertigt, aber nicht jeder.

Dennoch lastet auf der Führungsebene höchstwahrscheinlich ein enormer Druck, denn Fehler in diesem Bereich können immensen Schaden anrichten, oftmals handelt es sich dabei um echte Vermögensschäden. Vermögensschäden gegenüber dem eigenen Betrieb, Lieferanten, Kunden oder auch staatlichen Organisationen und hierfür ist der Manager als Schadensverursacher verantwortlich und muss haften.

Da Haftungsansprüche aus solchen Vermögensschäden meist nicht mit einem Griff in die eigene Geldbörse gedeckt sind, liegt es im Interesse der Führungskräfte und auch ihrer Betriebe derartige Schadensfälle abzusichern. Doch welche Versicherung kommt für diese Schäden auf und warum ist die Police eigentlich sowohl für den Betrieb als auch für das leitende Personal angedacht?

Die Leistungen der D&O Versicherung

Der passende Vertrag zur Absicherung echter Vermögensschäden im Rahmen der Managertätigkeit bzw. bei Führungspositionen ist die D&O Versicherung. „D&O“ steht für „Directors and Officers“ und bezeichnet im Englischen Personen mit Führungs-, Entscheidungs- und Kontrollaufgaben in einem Unternehmen. Darunter fallen beispielsweise Direktoren, Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Andere Bezeichnungen für die D&O Police sind die Managerhaftpflicht, die Organhaftpflicht, die Geschäftsführerhaftpflicht oder die Berufshaftpflichtversicherung für Manager. Welche Berufshaftpflichtversicherungen es sonst noch gibt, darüber kann man hier mehr lesen.

Die D&O Versicherung wird von den Führungskräften selbst abgeschlossen oder von deren Firmen, denn die finanzielle Absicherung echter Vermögensschäden bei Ausübung der leitenden Position nach außen (gegenüber Geschäftspartnern, Behörden etc.) sowie nach innen (eigenes Unternehmen) sind für den Versicherten als auch für seinen Betrieb interessant. Der Manager sucht in der D&O Versicherung einen finanziellen Schutz vor den Haftungspflichten bei derartigen Schäden, die sich auch auf das private Vermögen erstrecken können. Der Betrieb will einen möglichen Vermögensschaden versichert haben, damit der Betriebsfortbestand und das Unternehmenskapital gesichert werden. Und auch der Erhalt des Manager- und Firmenrufs durch zügige, außergerichtliche Einigung und Schadensregulierung kann bei diesem Versicherungswerk eine tragende Rolle spielen.

Alle Führungskräfte sollten sich absichern

Die D&O Versicherung für Geschäftsführer, Manager, Vorstände, Aufsichtsräte, Betriebsleiter und andere Unternehmenspositionen mit entsprechender Verantwortung im Tätigkeitsfeld, übernimmt im Schadensfall für gewöhnlich die Prüfung der Schadensersatzforderung auf Rechtmäßigkeit und leistet bei Berechtigung Schadensersatz. Die Leistungen der D&O Versicherung werden vertraglich festgelegt, wobei die Deckungssumme individuell vereinbart werden kann. Die Abwehr unberechtigter Ansprüche ist Teil der Police. Einige Versicherer bieten in diesem Zusammenhang eine separate Vermögensschaden-Rechtsschutz Versicherung mit an, welche die Abwehr überhöhter oder unberechtigter Forderungen im Rahmen einer „eigenen“ Versicherungssumme gewährt. Weiterhin kann der Pflichtselbstbehalt per Versicherungsvertrag abgesichert werden.

Ob Betrieb, Verband, Stiftung oder Verein, bei jeder dieser Organisationen können leitende Positionen durch Fehler innerhalb ihrer Tätigkeit das Unternehmen schädigen. Beispielsweise mit fehlerhaften Kalkulationen, falschen Betriebseinkäufen, Formfehlern, Verstößen gegen geltendes Recht etc. Ebenso können Kunden, Lieferanten, Konkurrenten, Behörden oder aber auch der eigene Arbeitgeber geschädigt werden. Hohe Schadensersatzansprüche sind dann meist die Folge.

Aufsichts- und Leitungsorgane können sich über die D&O Versicherung finanziell gegen dieses Szenario absichern. Und für Unternehmen ist diese Police gleichfalls interessant, denn schließlich sind betriebliche Vermögensschäden, verursacht durch die eigenen Mitarbeiter im Management, von der D&O üblicherweise eingeschlossen.